Britische Beamte unternehmen aggressive Schritte, um Anthropic, den Entwickler des KI-Assistenten Claude, anzulocken, wie die Financial Times berichtete. Das Vereinigte Königreich sieht eine strategische Gelegenheit, die Präsenz des Unternehmens auszubauen, nachdem sich die Spannungen zwischen Anthropic und dem Pentagon verschärft haben.
Das Angebot der britischen Regierung umfasst die Erweiterung der aktuellen Londoner Geschäftstätigkeit von Anthropic und die Ermöglichung einer doppelten Börsennotierung. Das britische Ministerium für Wissenschaft, Innovation und Technologie führt diese Initiativen an.
Die Regierung von Premierminister Keir Starmer hat sich hinter die Bemühungen der Abteilung gestellt. Beamte planen, diese Vorschläge direkt dem Chief Executive von Anthropic, Dario Amodei, während seines für Ende Mai geplanten UK-Besuchs vorzustellen.
Sowohl Anthropic als auch das britische Ministerium für Wissenschaft, Innovation und Technologie lehnten es ab, Stellungnahmen abzugeben, als sie von Reuters kontaktiert wurden.
Das Verteidigungsministerium bezeichnete Anthropic als Bedrohung für die nationale Sicherheit in der Lieferkette. Die Einstufung resultierte aus der festen Haltung des Unternehmens, sein Claude-KI-System nicht für US-Militärüberwachungsoperationen oder autonome Waffenanwendungen einzusetzen.
Diese Klassifizierung führte dazu, dass Anthropic auf eine Regierungs-Blacklist gesetzt wurde. Solche Auflistungen schränken typischerweise die Fähigkeit eines Unternehmens ein, mit Bundesbehörden und zugelassenen Auftragnehmern zusammenzuarbeiten.
Anthropic reagierte mit einer schnellen rechtlichen Antwort. Ein Bundesrichter gewährte vorläufigen Rechtsschutz und verhinderte, dass die Blacklist wirksam wird, während das Gerichtsverfahren läuft.
Das KI-Unternehmen hat gleichzeitig eine separate rechtliche Anfechtung eingeleitet, die sich gegen die Klassifizierung als Lieferkettenbedrohung selbst richtet. Diese zusätzliche Klage steht noch zur gerichtlichen Überprüfung aus.
Die aggressive Werbung des Vereinigten Königreichs stellt Teil einer breiteren Strategie dar, um aus der Unsicherheit um die amerikanische Technologie-Governance Kapital zu schlagen.
Eine doppelte Börsennotierung würde es Anthropic-Aktien ermöglichen, parallel zu einem möglichen US-Marktdebüt an britischen Börsen gehandelt zu werden. Diese Struktur würde in Großbritannien ansässigen Investoren unmittelbaren Zugang zu Unternehmensanteilen bieten.
Die Erweiterung der Londoner Einrichtung würde Anthropics europäische Präsenz erheblich stärken. Großbritannien hat ein florierendes KI-Ökosystem aufgebaut, wobei Regierungsbeamte die Anziehung von Technologieinvestitionen zu einem zentralen politischen Ziel gemacht haben.
Der Bericht der Financial Times gab nicht an, ob Anthropic Interesse an den britischen Vorschlägen gezeigt oder diese abgelehnt hat.
Amodeis UK-Besuch Ende Mai wird als kritischer Zeitpunkt erwartet, an dem Beamte ihr vollständiges Paket formell präsentieren werden.
Der vorübergehende gerichtliche Aufschub der Blacklist-Bezeichnung lässt Anthropics regulatorischen Status im Unklaren. Die Lösung beider laufenden rechtlichen Auseinandersetzungen wird wahrscheinlich die strategische Ausrichtung des Unternehmens in Zukunft bestimmen.
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