Bitcoins Erholung über 94.000 USD am 5. Januar hat neue bullische Kursprognosen auf Krypto-X ausgelöst. Unter anderem sagte YoungHoon Kim, dass der Bitcoin-Kurs in 48 Stunden 100.000 USD erreichen werde.
Dieser Kommentar verbreitete sich schnell. Das lag unter anderem am gewählten Zeitpunkt und an Kims umstrittenem Ruf, sehr extreme Prognosen für den Bitcoin-Kurs abzugeben.
Kim ist eine südkoreanische Internet-Persönlichkeit. Bekannt wurde er Ende 2025, als er sich wiederholt selbst mit einem IQ von 276 vorstellte und seine Einschätzungen als besser als klassische Analysen darstellte.
Seine Bitcoin-Prognosen werden oft viral, allerdings stehen viele Trader ihnen skeptisch gegenüber.
Im November sagte Kim einen Anstieg auf 220.000 USD innerhalb von 45 Tagen voraus. Diese Prognose traf jedoch nicht ein.
Im Dezember behauptete er zudem, der Bitcoin-Kurs würde innerhalb einer Woche über 100.000 USD steigen.
Stattdessen lag der Bitcoin-Kurs im Dezember meist unter 90.000 USD. Gründe waren Unsicherheiten am Gesamtmarkt, Jahresende und schwächerer Schwung.
Dieses Umfeld ist wichtig. Kims frühere Ansagen kamen in Zeiten ohne klare Katalysatoren. Auch die Stimmung im Markt war unsicher. Das reichte nicht für einen so schnellen Kursanstieg, wie Kim ihn in seinem Zeitplan voraussetzte.
In dieser Woche hat sich die Lage verändert, aber nicht grundlegend.
Der Anstieg von Bitcoin auf 94.000 USD folgte einer freundlichen Eröffnung an den US-Aktienmärkten. Die Anleger an der Wall Street schätzten die Eskalation in Venezuela so ein, dass sie den globalen Markt wohl nicht wesentlich stören würde.
Aktien stiegen, Energieunternehmen schnitten besser ab und der Krypto-Kurs folgte der Entwicklung an den Aktienmärkten. Bitcoin war diesmal kein „sicherer Hafen“.
Trotzdem rechtfertigt dieser Sprung nicht sofort einen Ausbruch über 100.000 USD in 48 Stunden. Bitcoin ist weiter empfindlich gegenüber der Stimmung bei Aktien.
Zwar hat der Schwung zugenommen, aber es gibt zudem keine Anzeichen für Panikkäufe, ein geringes Angebot oder einen strukturellen Auslöser, wie er sonst sehr schnelle Anstiege auf neue Rekorde antreibt.
Auch On-Chain-Daten sprechen gegen einen rasanten Ausbruch nach oben.
Langfristige Besitzer (LTH) gaben Ende November zwar mehr Bitcoin aus, aber viel davon waren interne Übertragungen bei Börsen, vor allem bei Coinbase. Diese Mengen wurden nicht wirklich auf dem Markt verkauft.
Obwohl langfristige Besitzer Ende November viele Coins bewegten, waren dies oft interne Buchungen auf Börsen, vor allem von Coinbase, anstatt eigentliche Verkäufe in den Markt.
Wenn man diese internen Bewegungen außen vor lässt, ist das Verhalten der Langzeitbesitzer lebhaft, aber nicht extrem. Das sieht eher nach einer Umstrukturierung aus als nach einer starken Nachfrage, wie sie für einen plötzlichen Ausbruch nötig wäre.
Die Finanzierung von Derivaten bleibt zudem stabil. Auch die Zuflüsse auf Börsen sind gering. Zwar schwankt der Kurs mehr, aber es gibt keinen starken Ausbruch. Anders gesagt: Die Rallye verläuft geordnet, aber nicht euphorisch.
Kims jüngste Prognose passt zur guten Stimmung im Markt, aber der Zeitrahmen ist weiterhin sehr sportlich. Bitcoin könnte in den nächsten Wochen den Widerstand bei 100.000 USD testen, falls die Risikofreude anhält.
Für einen baldigen Ausbruch bräuchte es allerdings einen stärkeren Auslöser als nur bessere Stimmung.
Im Moment liegt die Prognose irgendwo zwischen Zuversicht und Wunschdenken. Bitcoin kommt in Bewegung, aber der Markt handelt immer noch nach festen Strukturen und nicht nur nach Schlagworten.
Der Beitrag Krypto-Genie gibt neue 48-Stunden-Prognose für den Bitcoin-Kurs ab erschien zuerst auf BeInCrypto - Krypto News.

