Beinahe achtzig Prozent der Kryptoprojekte, die Opfer eines größeren Hacks werden, erholen sich letztlich nie vollständig davon. Davor warnen Sicherheitsexperten aus der Branche.
Ihrer Einschätzung nach ist nicht primär der finanzielle Verlust ausschlaggebend, sondern vor allem der Vertrauensverlust, der vielen Projekten zum Verhängnis wird.
Laut den aktuellsten Daten aus dem jüngsten Bericht von Chainalysis belief sich der durch kryptobezogene Hacks entstandene Schaden im Jahr 2025 auf 3,4 Milliarden US-Dollar – der höchste Wert seit 2022.
Ein erheblicher Teil dieser Summe ging auf einige große Vorfälle zurück, darunter die berüchtigte Bybit-Hack, bei der 1,4 Milliarden US-Dollar entwendet wurden.
Mitchell Amador, CEO der Web3-Sicherheitsplattform Immunefi, erklärt, dass viele Projekte vollständig ins Stocken geraten, sobald ein Exploit entdeckt wird.
Die betroffenen Teams seien häufig unzureichend auf ein solches großflächiges Sicherheitsereignis vorbereitet und unterschätzten die tiefgreifenden Auswirkungen eines Angriffs auf ihre Systeme. Besonders die ersten Stunden nach einem Hack seien laut Amador entscheidend.
Fehle ein zuvor definiertes Notfallkonzept, komme es zu Entscheidungsunfähigkeit, Fehleinschätzungen und einem Mangel an rascher Reaktion. Zusätzlich zögerten viele Projekte, ihre Smart Contracts vorübergehend zu pausieren – aus Sorge um mögliche Reputationsschäden.
Diese Zurückhaltung erweise sich jedoch oft als kontraproduktiv. Unzureichende Kommunikation gegenüber den Nutzern führe zu Verunsicherung, was wiederum Panik und Kettenreaktionen auslöse.
Wörtlich sagte Amador:
Auch wenn es vielen Teams technisch gelingt, Schwachstellen zu beheben, kehren Nutzer und Liquidität häufig nicht mehr zurück. Vertrauen erweist sich somit als das empfindlichste Gut im Kryptobereich.
Während in der Vergangenheit hauptsächlich Softwarefehler die Ursache für Sicherheitslücken waren, verlagert sich der Fokus zunehmend auf menschliches Versagen.
Alex Katz, CEO und Mitgründer des Sicherheitsunternehmens Kerberus, bezeichnet menschliche Nachlässigkeit als das schwächste Glied in der Kette. Nutzer lassen sich dazu verleiten, schädlichen Transaktionen zuzustimmen, verbinden ihre Wallets mit gefälschten Websites oder geben unwissentlich ihre privaten Schlüssel preis.
Trotzdem erkennt Amador auch positive Entwicklungen. Er rechnet damit, dass 2026 ein starkes Jahr für die Sicherheit von Smart Contracts werden könnte – dank verbesserter Prüfprozesse und neuer Tools.
Das größte Risiko liege laut ihm nicht in der Technik selbst, sondern darin, wie Projektteams auf Sicherheitsvorfälle reagieren. Wer schnell handelt und transparent kommuniziert, hat deutlich bessere Chancen, das Vertrauen der Community zu bewahren.
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