Die Zentralbank des Iran hat im vergangenen Jahr stillschweigend einen großen Vorrat an Tethers USDT aufgebaut, während der Rial unter Druck stand und der Handel mit dem Ausland schwieriger wurde. Der Schritt verwandelte Teile des Krypto-Ledgers in eine öffentliche Spur einer Politik, die normalerweise privat wäre.
Laut einer Blockchain-Analyse von Elliptic erwarb die Zentralbank des Iran im Jahr 2025 mindestens 507 Millionen US-Dollar in USDT, eine Zahl, die das Unternehmen als konservatives Minimum behandelt, da es nur Wallets zählt, die es mit hoher Sicherheit der Bank zuordnen konnte.
Berichten zufolge fand ein Großteil des Kaufs in den Frühlingsmonaten 2025 statt, und Zahlungen wurden über Kanäle geleitet, die Emirati-Dirham und öffentliche Blockchains umfassten. Diese Stablecoins wurden dann in lokalen Krypto-Märkten verwendet, um dollar-gebundene Liquidität hinzuzufügen und den Rückgang des Rial zu verlangsamen.
Die Nachverfolgung von Elliptic zeigt einen frühen Fluss von USDT nach Nobitex, Irans größter Krypto-Börse, wo die Coins in Rials getauscht und in den Markt eingespeist werden konnten. Nach einem Verstoß und zunehmender Prüfung Mitte 2025 wurden andere Wege genutzt, darunter Cross-Chain-Brücken und dezentralisierte Börsen, um Gelder zu bewegen und umzuwandeln.
Ein Einfrieren und eine WarnungDieses offene Ledger machte die Transaktionen auch für externe Beobachter sichtbar. Am 15.06.2025 setzte Tether mehrere mit der Zentralbank verbundene Wallets auf eine schwarze Liste und fror etwa 37 Millionen US-Dollar in USDT ein, was zeigt, dass Stablecoins abgeschnitten werden können, wenn Emittenten oder Regulierungsbehörden eingreifen. Diese Intervention verengte einige Optionen für On-Chain-Liquidität.
Diese Episode ist aus zwei Gründen wichtig. Erstens zeigt sie, wie eine staatliche Institution Stablecoins nutzen kann, um Zugang zu Dollar-Werten zu erhalten, wenn normale Bankwege geschlossen sind.
Zweitens hebt sie eine Schwäche hervor: Wenn ein privater Emittent Guthaben einfrieren kann, sind diese Reserven nicht dasselbe wie Bargeld auf harten ausländischen Konten.
Handel, Sanktionen und ein neues WerkzeugBerichte weisen darauf hin, dass die Käufe wahrscheinlich ein doppeltes Ziel verfolgten – inländische Wechselkurse zu glätten und bei der Abwicklung des Handels mit Partnern zu helfen, die direktes Dollar-Banking vermeiden.
Die Methode ist stumpf. Sie bietet eine Möglichkeit, Werte zu bewegen, schafft aber auch neue Kontroll- und Expositionspunkte, die auf öffentlichen Ledgers verfolgt werden können.
Analysten werden beobachten, wie Regulierungsbehörden und Stablecoin-Emittenten reagieren. Sie werden auch verfolgen, ob andere Länder unter Druck zu ähnlichen Mischungen aus zentralisierten und dezentralisierten Werkzeugen greifen.
Die öffentliche Nachverfolgung dieser Flüsse macht es schwieriger, große Bewegungen zu verbergen, selbst wenn Akteure versuchen, sie über Chains und Börsen hinweg zu verschleiern.
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