Die jüngste Kursschwäche von Bitcoin hat die Debatte über Quantencomputer neu entfacht, wobei ein prominenter Investor argumentiert, dass dies bereits das Marktverhalten beeinflusst – während On-Chain-Analysten sagen, dass der eigentliche Treiber eher altmodischer Verkaufsdruck ist.
Gold und Silber setzten am Donnerstag ihren Aufwärtstrend fort, wobei Gold um 1,7% auf ein Rekordhoch von 4.930 $ pro Unze stieg und Silber um 3,7% auf 96 $ sprang, während Bitcoin auf knapp über 89.000 $ zurückfiel, etwa 30% unter seinem Höchststand von Anfang Oktober.
Seit kurz nach Trumps Wahlsieg im November 2024 ist Bitcoin um 2,6% gefallen, während Silber um 205%, Gold um 83%, der Nasdaq um 24% und der S&P 500 um 17,6% gestiegen sind.
Nic Carter, Partner bei Castle Island Ventures, startete die jüngste Diskussionsrunde und erklärte, dass Bitcoins "mysteriöse" Underperformance "auf Quantencomputer zurückzuführen" sei und nannte es "die einzige Geschichte, die dieses Jahr zählt".
Andere waren nicht überzeugt. @_Checkmatey_, ein On-Chain-Analyst bei Checkonchain, argumentierte, dass die seitwärts gerichtete Preisentwicklung auf Quantenängste zu schieben, so sei, als würde man "Marktmanipulation für rote Kerzen" oder Börsenguthaben für Rallyes verantwortlich machen. Seiner Ansicht nach bewegt sich der Markt aufgrund von Angebot und Positionierung, nicht aufgrund von Science-Fiction-Risiken.
"Gold hat Nachfrage, weil Staaten es anstelle von Staatsanleihen kaufen", sagte er. "Der Trend besteht seit 2008 und beschleunigt sich nach Februar 2022. Bitcoin erlebte 2025 Verkaufsdruck von HODLern, der jeden vorherigen Bullenmarkt dreimal getötet hätte, und dann noch einmal."
Der prominente Bitcoin-Investor und Autor Vijay Boyapati teilte diese Ansicht: "Die wahre Erklärung ist wirklich nur die Freisetzung eines enormen Angebots, sobald wir für viele Wale eine magische Zahl (100.000) erreichen."
Quantencomputer werden seit langem als theoretisches Risiko für Bitcoins kryptografische Grundlagen diskutiert.
Fortgeschrittene Maschinen, die Algorithmen wie Shor's ausführen, könnten theoretisch die elliptische Kurvenkryptografie brechen, die zur Sicherung von Wallets verwendet wird. Die meisten Entwickler argumentieren jedoch, dass solche Maschinen noch Jahrzehnte von einer praktischen Implementierung entfernt sind.
Diese Ansicht bleibt in Bitcoins technischer Community dominant. Blockstream-Mitgründer Adam Back hat die Bedrohung als äußerst gering bezeichnet und erklärt, dass selbst Worst-Case-Szenarien nicht zu einem sofortigen oder netzwerkweiten Verlust von Geldern führen würden. Bitcoin Improvement Proposal 360, das quantenresistente Adressformate einführen würde, skizziert bereits einen schrittweisen Migrationspfad, falls dies notwendig werden sollte.
Dennoch hat das Thema erneute Aufmerksamkeit erlangt, nachdem einige Persönlichkeiten aus dem traditionellen Finanzsektor Bedenken geäußert haben.
Anfang dieses Monats entfernte Jefferies-Stratege Christopher Wood Bitcoin aus einem Musterportfolio und nannte Quantencomputer als langfristigen Risikofaktor.
Wie CoinDesk zuvor berichtete, ist die eigentliche Herausforderung nicht, ob Bitcoin sich an eine Quanten-Zukunft anpassen kann, sondern wie lange ein solches Upgrade dauern würde, falls es jemals notwendig wird. Diese Zeitspanne wird in Jahren gemessen, nicht in Marktzyklen, was es zu einer unwahrscheinlichen Erklärung für kurzfristiges Preisverhalten macht.
Quelle: https://www.coindesk.com/markets/2026/01/23/bitcoin-s-weakness-versus-gold-and-equities-puts-quantum-computing-fears-back-in-focus


